Wort des Pfarrers
Werte Leser, Werte Leserin
Kaum ist das „Stille Nacht gesungen“, die Weihnachtslieder grad verklungen, die Krippe grad erst weggerückt, der Christbaum eben abgeschmückt, schon dröhnet es „Humba Täterä“, „Humba Täterä“ die Fastnachtszeit ist wieder da.
So unterschiedlich diese Tage vor Beginn der Fastenzeit auch bezeichnet und gefeiert werden, so haben sie doch ihren gemeinsamen Ursprung vor allem in einem Festtag des Mittelalters, den man das „Fest der Narren“ nannte.
Dieses Fest war gerade unter den Christen weit verbreitet. Darin wird deutlich, dass die Freude eine Grundhaltung des Christen ist, und dass in solcher Freude selbst menschliche Massstäbe einmal auf den Kopf gestellt werden können. Die Ordnung unserer Welt ist eben nicht das Letzte. So könnte die Fastnacht auch spielerisch die Verheissung Gottes zum Ausdruck bringen, dass die Letzten die Ersten... die Kleinen die Grossen sein werden.
Fastnacht bedeutet heute noch: über sich selbst und die anderen auch einmal lachen können, nicht in Trauer und Sorgen vergehen. So wie es im Alten Testament heisst:
Überlass dich nicht der Sorge, schade dir nicht selbst durch dein Grübeln! Herzensfreude ist Leben für den Menschen, Frohsinn verlängert ihm die Tage. Überrede dich selbst und beschwichtige dein Herz, halte Verdruss von dir fern! Denn viele tötet die Sorge, und Verdruss hat keinen Wert. Neid und Ärger verkürzen das Leben, Kummer macht vorzeitig aIt. (Jesus Sirach)
Trotz der frohen und heiteren Zeit ist auch die Liturgie mit verschiedenen Festen ausgestatten. Am 2. Februar, das Fest Maria Lichtmess, oder die Darstellung des Herrn; am 3. Februar der Hl. Blasius mit dem Blasius Segen gegen Halskrankheiten und andere Krankheiten; am 5. Februar, Agatha die Patronin der Feuerwehren; am 11. Februar, Maria Lourdes, der bekannte Wallfahrtsort in Frankreich, wo jedes Jahr viele Walliser dorthin pilgern, am 22. Februar Aschermittwoch, Beginn der Fastenzeit und am 24. Februar das Fest des Apostels Matthias.
All diese Feste sind eingebettet in die Fastnachtszeit.
So wünschen wir allen, nebst dem fastnächtlichen Vergnügen auch Zeit für die christlichen Feste und Bräuche in diesem Monat.
Ich möchte mit dem Text von Thomas Morus schliessen:
Herr, schenke uns Sinn für Humor, gib uns die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit wir ein wenig Glück kennen im Leben und anderen davon mitteilen.
lm Namen des Seelsorgeteams, Irma Wyssen, Seelsorgehelferin